Die Fahrt nach Kaikoura war wenig spektakulaer. Bis auf die vielen Pelzrobben, die auf einmal an Felsen direkt neben der Strasse waren - viele Fotos gemacht.
Das Whalewatching war klasse. Mit einem Katamaran uebers extrem stuermische Meer - vielen wurde uebel, ich hatte richtig Spass. Zwei “Spermwhales” gesehen, einen Albatros, und viele Delphine.
Und auf dem Boot eine Regensburgerin getroffen. Auf einmal meinte jemand neben uns: wo kommt ihr denn her, der Dialekt ist so vertraut :-) Sie ist Beamtin, hat 7 Jahre lang auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet und macht gerade ein Jahr auszeit. 8 Monate davon reist sie um die Welt. Coole Sache, aber fuer mich waere es wohl nichts. Freu mich ja jetzt schon wieder auf die vielen lieben Leute zu Hause und auf mein geliebtes Regensburg.

Beim essen gehen noch ein witziges Erlebnis. Draussen war eine Werbetafel, die in tollsten Toenen die Dachterrasse der Bar beschreibt. Drinnen meint dann der Barkeeper: ihr koennt Euch ueberall hinsetzen, nur nicht auf die Dachterasse.
Ich: und wieso nicht?
Er: wegen der Moewen. Sie schmeissen Eure Glaeser um, klauen das Essen, kacken Euch voll…
Ich: also fast wie in Hitchcocks “Die Voegel”?
Er (lachend): ja, so ungefaehr.
Ich: o.k., das ist ein Grund

Das ist die typische Art der Leute hier. Sie nehmen alles ein wenig lockerer, haben immer Zeit und Lust auf einen kleinen Plausch. Haben einen tollen Humor. Gefaellt mir.

Die Ueberfahrt mit der Interislander Ferry war auch spannend. Ich war noch nie auf einer so grossen Faehre. Mehrere Decks uebereinander. LKW, Busse, ganze Gueterwaggons, Autos, Campingbusse… Und extremer Seegang. Ohne die Reisekaugummis waere mir diesmal wohl auch uebel geworden. Wenn man in so einem Koloss sitzt, und sich dank der Wellen trotzdem fuehlt wie in der Achterbahn… aber es war ein Erlebnis.

In Wellington dann ein wenig in der Stadt rumgelaufen. Das “Te Papa” Museum besucht - sehr genial. Am naechsten Tag - bei stroemendem Regen - dann weiter nach Napier. Und hier sitzen wir seitdem fest. Sind in einem Bed & Breakfast abgestiegen, wollten bei dem Regen einfach nicht mehr Campen.
Aber morgen fahren wir weiter, egal wie das Wetter sein wird. Zwei Tage mit lesen, Musik hoeren, schreiben, shoppen… zu ueberbruecken ist wirklich genug. In so einer Situation merkt man, wie sehr Neuseeland Natur ist, und nicht irgendwelche sonstigen Vergnuegungen. Die Laeden machen meist um 17 Uhr zu. Die meisten Kneipen, Cafes etc. gegen 20:30 oder 21 Uhr. Auch Mc Donalds usw. Museen, wenn es welche gibt, sind in kuerzester Zeit abgehakt…
Ach ja, und es ist wirklich Pech. Denn Napier ist die Stadt Neuseelands, mit den meisten Sonnenstunden. Und wir haben zwei Tage regen… die Aussichten fuer die naechsten Tage sind minimal besser. Aber nicht ueberragend.

Ein lustiges Gespraech hatte ich heute auch noch mit unserem Gastgeber (ein Tuerke, der vor 14 Jahren hierher ausgewandert ist):
Ich: wir stehen schon seit gestern unten an der Strasse, laut dem Schild darf man dort aber nur 120 Minuten parken.
Er: kein Problem, mein Auto steht da seit Tagen.
Ich: uns es wird nicht kontrolliert?
Er: wenn, dann so gegen 8. Und dann kommen sie nochmal gegen 10:30. Aber heute war noch niemand da. Ihr koennt ruhig stehen bleiben, sollten sie einen Kreidestreifen an die Reifen machen wasche ich ihn weg…

Generell wird es gerade ein wenig eintoenig. Die Natur ist toll, klar. Aber wir haben leider weder Zeit noch Ausruestung um mehrere Tage unabhaengig zu sein und wirklich die entlegensten Gegenden zu Fuss oder mit dem Mountain-Bike zu erkunden. So laeuft es darauf hinaus, dass man taeglich lange im Auto sitzt und die Dinge ein wenig abklappert. Und so Abwechslungsreich es auch ist, irgendwann ist doch alles ein wenig gleich.
O.k., in den naechsten Tagen wollen wir durch Maori-Gebiet fahren (East Cape), dann durch die Nationalparks mit den Vulkanen und Geysiren (Mordor - fuer alle die Herr der Ringe gesehen haben). Aber das Heimweh steigt. Und vor allem die Sehnsucht nach meiner Suessen… aber das war zu erwarten.



One Response to “Kaikoura, Faehrfahrt nach Wellington, erste Eindruecke von der Nordinsel”  

  1. 1 Mayla

    Jetzt grähm dich nicht. Wir lesen hier stinkneidisch mit (ich glaub, das kann ich für alle so schreiben), was ihr so erlebt und seht und du denkst nur an zu Hause und so…. Nee, nee.

    Aber ich kann ich dich auch verstehen… als ich 2005 für fast 2 Monate in Californien war, hatte ich trotz der netten Menschen und tollen Erlebnisse auch Heimweh… und kaum war ich dann wieder in München gelandet, wollte ich auch schon wieder zurück. So ist das wohl…

    Liebste Grüße aus dem nass-kalten München!

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