Archive Page 2

Der Aufenthalt in Neuseeland ist fast vorbei. Noch zwei naechte im Camper, und am Montag gegen 8 Uhr geht er zurueck an die Verleihfirma. Dann auf zum Flughafen und weiter auf die Cook Islands.
Die Neuseelaender sind wirklich ein nettes Voelkchen. Das Land ist so gross wie Italien, und es leben ca. 4 Millionen Menschen (also knapp mehr als in Berlin) auf diese Flaeche verteilt. Wobei schon fast die Haelfte davon in drei Staedten (Auckland, Wellington, Christchurch) lebt. Ihr koennt Euch damit vielleicht ein wenig vorstellen, wie duenn besiedelt das Land ist.
Die “Ureinwohner” - Maori - sind zumindest auf dem Papier gut integriert und gleich gestellt. Leider sieht die Realitaet mal wieder anders aus. Sie wurden lange ausgebeudet, Land enteignet (seit ca. 20 Jahren gibt es aber Rueckgaben von Land) usw. Es gibt so gut wie keine Arbeitslosigkeit, aber 15% der maori sind Arbeitslos. Dadurch fehlt den Jugendlichen die Perspektive, sie gruenden Jugendgangs… tja, leider ueberall auf der Welt das selbe. Und die konservativen Politiker hetzen dann lieber gegen Jugendgangs statt was zu unternehmen…
Aber sie sind ein stolzes Volk, ich bin sehr beeindruckt von ihnen. Gestern in einer Fussgaengerzone: es haengen ueberall Luftballons an Laternenmasten. Eine Maori-Familie ist unterwegs und der Vater “klaut” einen der Luftballons und gibt ihn seiner kleinen Tochter. Und wird sofort von einem Ladeninhaber darauf angesprochen. Seine Antwort: das ist mein Land, also kann ich auch die Luftballons nehmen. Fand ich stark.
Am EastCape leben noch sehr viele Maori. Und zwar in Wellblechhuetten oder halb zerfallenen Holzhuetten. Dazwischen noch die Reste der einst so stolzen und grossen “New Zealand Trading Company” - als von den Maori nichts mehr zu holen war, hat sich die Company aufgeloest. Ihre Lagerhaeuser wurden ihrem Schicksal ueberlassen und zerfallen langsam. Die Maori-Siedlungen damit auch.
Und man kommt wirklich an jeder Ecke mit den Menschen ins Gespraech. Sogar hier in der Grossstadt Auckland. Gestern Abend beim Essen eine junge Frau kennengelernt, die schon mal ein paar Wochen in Deutschland war - u.a. in Muenchen auf der Wiesn :-)
In Cafes wird man oft angesprochen wo man herkommt. Wo man schon ueberall in Neuseeland war, was man vom Land haelt usw.
An den baustellen gibt es meist keine Ampeln, sondern an jedem Ende steht einer mit einem Schild “Stop” und auf der Rueckseite “Go”. Solange stop ist kann man wunderbar mit ihnen plaudern. UNd gruessen tun sie einen sowieso immer.
Oder heute beim Busfahren: wir wollten eine Tageskarte, der Busfahrer hatte seinen ersten Tag und keine Ahnung wie er die Verkaufen kann. Also sind wir umsonst gefahren. Dann hat er eine Haltestelle uebersehen, wurde von einer alten Dame darauf aufmerksam gemacht. Hat dann mitten auf der Strasse gehalten, zur Haltestelle gelaufen und die Leute zum Bus eskortiert - und sie alle umsonst mitfahren lassen.
Kurz und knapp: hier ist alles etwas lockerer, und es “menschelt”.
Das Land:
wie schon oft gesagt: sehr aebwecfhslungsreich und landschaftlich ein Traum.
Wenn man genauer hinsieht, sieht man aber auch woher das kommt. Eigentlich waere hier alles voller subtropischem Regenwald und echtem Urwald - den Kauri-Baeumen. Die gruenen Huegel fuer die Schafe und Kuehe kommen nur, weil dort der Regenwald gerodet wurde. Mischwald wurde aufgeforstet… also nichts von wegen unberuehrter Natur. In manchen Teilen natuerlich schon noch. Aber nicht generell. Trotzdem ist die Weite faszinierend. Und es gibt wenig Industrie. Allerdings auch wenig Umweltschutz. Ueberall rosten alte Autos vor sich hin, vieles wird einfach am Strassenrand entsorgt. Muelltrennung ist meist ein Fremdwort.
Dafuer wird sehr auf das bioogische Gleichgewicht geachtet. Denn viele einheimsche Arten sind schon ausgestorben oder sind stark gefaehrdet. Denn Frueher gab es hier als einzige Saegetiere nur Fledermaeuse. Dadurch entstanden flugunfaehige Voegel (am bekanntesten ist der Kiwi-Bird), denn es gab ja keine Feinde auf dem Boden - wozu also fliegen? Durch die Europaeischen Einwanderer kamen Ratten, Katzen, Hunde… die Folge kann man sich vorstellen. In einem Kiwi-Bird/Schutzgebiet hat ein wildernder Hund vor ein paar Jahren innerhalb von einem Wochenende die Haelfte der dort lebenden Kiwi-Birds getoetet…
Der Tourismus hinterlaesst natuerlich auch seine Spuren. Zu den Kaps gehen bisher nur Schotterpisten. Aber Richtung Northcape wird gerade schon der Highway No. 1 ausgebaut.
Viele kleine Wanderwege werden erweitert. Ueberall entstehen kleine Doerfer mit Souvenirshops und Cafes.
An manchen Stellen wurde es den Tieren zu viel. Pinguine trauen sich nicht mehr aus dem Wasser und lassen die Jungen verhungern. Fellrobben verlassen die Kolonien und lassen die Jungen zurueck. Aber zumindest darauf wird reagiert: viele Fellrobben-Kolonien sind jetzt fuer mehrere Jahre Sperrgebiet, damit die Tiere sich wieder ansiedeln.
Wenn ich nach Neuseeland auswandern wuerde, dann nur in eine groessere Stadt. Denn nur dort gibt es zumindest ein wenig Kultur- und Nachtleben. In den kleineren Staedten (naja, z.T. so gross wie Regensburg) bekommt man meist ab 21 Uhr nicht mal mehr was zu essen. Geschweige denn eine Kneipe in der man den Abend ausklingen lassen kann. Oft werden sogar noch frueher die Buergersteige hochgeklappt (teilweise hat ab 18 Uhr nichts mehr offen, ausser den Supermaerkten).
Und so sehr ich es auch manchmal geniesse, voellig in ruhiger Umgebung zu sein. So ist es dann doch zu extrem.
Aber Auckland ist schon etwas anders. Hat ja auch ueber 1 Million Einwohner. Und im Moment feiern sie hier schon mal St. Patricks Day (ist ja eigentlich erst am Montag). Wir haben hier heute schon einen grossen Umzug der Iren gesehen. Mit vielen Bands, Dudelsack-Kapellen und Festwaegen. Und dazu eine tolle Atmosphaere, denn auf irische Sachen stehen die Neuseelaender offenbar total.
So, das wars erstmal mit meinen Eindruecken.
Liebe Gruesse aus Auckland

Hallo Zusammen,

heute mal nur ganz kurz:
waren mittlerweile in Taupo und dem Tonagiro Nationalpark (Mordor, Schicksalsberg), in den Waitomo Glowworm Caves, Coromandel Peninsula, Northcape, Bay of Islands…

Die Landschaften nach wie vor sehr Abwechslungsreich und beeindruckend. Wunderschoene Straende und Buchten. Heut frueh war ich gleich nach dem Aufstehen wieder im Meer - herrlich den Tag so zu beginnen.

Morgen geht es weiter nach Auckland - wird wohl ein kleiner Schock, auf einmal wieder in einer Grossstadt zu sein. Und am Montag geht es weiter auf die Cook Islands.
Dort habe ich hoffentlich auch die Moeglichkeit ins Internet zu gehen - dann schreibe ich wieder ausfuehrlicher und vor allem meine Eindruecke zu Neuseeland, der Natur, den Neuseelaendern, dem Essen usw.

Das Meer

08Mär08

Ich hatte ja schon immer eine besondere Beziehung zum Meer. Ich liebe es einfach. Und wenn es irgendwie geht, bin ich drin!

Viele haben schon darueber geschrieben. Die Fantastischen 4 das wunderbare “Tag am Meer”.
Aber am tollsten finde ich die Zeilen von Michal Birbaek aus seinem Roman “Was mich fertig macht ist nicht das Leben sondern die Tage dazwischen”:

Wenn man mit dem Meer zusammen sein will, dann geht man einfach rein und wird Teil der Bewegung. Es oeffnet sich und nimmt einen, je nach Laune, mal sanft mal etwas rauer auf. Wenn man genug hat, schwimmt man zurueck. Das Meer schliesst sich wieder und macht weiter wie gehabt. Es macht sich davon abhaengig, ob du da bist oder nicht. Nimmt Dich aber immer wieder auf, scheissegal wie es dir gerade geht. Ebbe und Flut. Tag und Nacht. Jahr fuer Jahr. Berechenbar, zuverlaessig, stark. Eine bessere Freundschaft kann es nicht geben. Ich bin zu Hause.

Ich zitiere aus dem Kopf, aber es duerfte ziemlich genau stimmen.

Ja, solche Freundschaften sind selten… leider musste ich da in Neuseeland auch einiges dazu lernen. Aber auch daran waechst man.

aber man kann ihn schon riechen ;-)
ja, unter diesem Motto kann man die letzten Zwei Tage zusammen fassen. Zwei Tage in Vulkangebiet, mit aktiven Geysiren, Schlammpools, Schwefel… schon verrueckt wie es hier stinkt. Aber auch sehr beeindruckende Landschaften. Wenn z.B. nach einem Regenschauer die Wasserpfuetzen anfangen zu kochen. Und das am Strassenrand. Die Strasse ist extrem heiss. Und an manchen Stellen wird der Teer vom Schwefel zerfressen. Aus den Gullideckeln kommt Dampf. Richtig unwirklich.
Zuvor sind wir von Napier ueber das EastCape gefahren. Das ist osetlichste Punkt Neuseelands. Und damit der oesltichste Punkt auf Festland diesseits der Datumsgrenze. Heisst, hier sieht man als erster die Sonnenstrahlen eines neuen Tages. Leider kann man dort nicht wild campen, und in der Bucht in der wir dann stehengeblieben sind versperrten Berge die Sicht nach Osten. Aber es war trotzdem wieder toll, einfach abseits von allem stehenzubleiben. Von den ersten Sonnenstrahlen geweckt zu werden und draussen die Brandung zu hoeren.
Morgen geht es vermutlich Richtung Mt. Egmont und New Plymouth. Je nach Wetter.
Heute war es allerdings sehr gut, strahlendblauer Himmel.

Die Fahrt nach Kaikoura war wenig spektakulaer. Bis auf die vielen Pelzrobben, die auf einmal an Felsen direkt neben der Strasse waren - viele Fotos gemacht.
Das Whalewatching war klasse. Mit einem Katamaran uebers extrem stuermische Meer - vielen wurde uebel, ich hatte richtig Spass. Zwei “Spermwhales” gesehen, einen Albatros, und viele Delphine.
Und auf dem Boot eine Regensburgerin getroffen. Auf einmal meinte jemand neben uns: wo kommt ihr denn her, der Dialekt ist so vertraut :-) Sie ist Beamtin, hat 7 Jahre lang auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet und macht gerade ein Jahr auszeit. 8 Monate davon reist sie um die Welt. Coole Sache, aber fuer mich waere es wohl nichts. Freu mich ja jetzt schon wieder auf die vielen lieben Leute zu Hause und auf mein geliebtes Regensburg.

Beim essen gehen noch ein witziges Erlebnis. Draussen war eine Werbetafel, die in tollsten Toenen die Dachterrasse der Bar beschreibt. Drinnen meint dann der Barkeeper: ihr koennt Euch ueberall hinsetzen, nur nicht auf die Dachterasse.
Ich: und wieso nicht?
Er: wegen der Moewen. Sie schmeissen Eure Glaeser um, klauen das Essen, kacken Euch voll…
Ich: also fast wie in Hitchcocks “Die Voegel”?
Er (lachend): ja, so ungefaehr.
Ich: o.k., das ist ein Grund

Das ist die typische Art der Leute hier. Sie nehmen alles ein wenig lockerer, haben immer Zeit und Lust auf einen kleinen Plausch. Haben einen tollen Humor. Gefaellt mir.

Die Ueberfahrt mit der Interislander Ferry war auch spannend. Ich war noch nie auf einer so grossen Faehre. Mehrere Decks uebereinander. LKW, Busse, ganze Gueterwaggons, Autos, Campingbusse… Und extremer Seegang. Ohne die Reisekaugummis waere mir diesmal wohl auch uebel geworden. Wenn man in so einem Koloss sitzt, und sich dank der Wellen trotzdem fuehlt wie in der Achterbahn… aber es war ein Erlebnis.

In Wellington dann ein wenig in der Stadt rumgelaufen. Das “Te Papa” Museum besucht - sehr genial. Am naechsten Tag - bei stroemendem Regen - dann weiter nach Napier. Und hier sitzen wir seitdem fest. Sind in einem Bed & Breakfast abgestiegen, wollten bei dem Regen einfach nicht mehr Campen.
Aber morgen fahren wir weiter, egal wie das Wetter sein wird. Zwei Tage mit lesen, Musik hoeren, schreiben, shoppen… zu ueberbruecken ist wirklich genug. In so einer Situation merkt man, wie sehr Neuseeland Natur ist, und nicht irgendwelche sonstigen Vergnuegungen. Die Laeden machen meist um 17 Uhr zu. Die meisten Kneipen, Cafes etc. gegen 20:30 oder 21 Uhr. Auch Mc Donalds usw. Museen, wenn es welche gibt, sind in kuerzester Zeit abgehakt…
Ach ja, und es ist wirklich Pech. Denn Napier ist die Stadt Neuseelands, mit den meisten Sonnenstunden. Und wir haben zwei Tage regen… die Aussichten fuer die naechsten Tage sind minimal besser. Aber nicht ueberragend.

Ein lustiges Gespraech hatte ich heute auch noch mit unserem Gastgeber (ein Tuerke, der vor 14 Jahren hierher ausgewandert ist):
Ich: wir stehen schon seit gestern unten an der Strasse, laut dem Schild darf man dort aber nur 120 Minuten parken.
Er: kein Problem, mein Auto steht da seit Tagen.
Ich: uns es wird nicht kontrolliert?
Er: wenn, dann so gegen 8. Und dann kommen sie nochmal gegen 10:30. Aber heute war noch niemand da. Ihr koennt ruhig stehen bleiben, sollten sie einen Kreidestreifen an die Reifen machen wasche ich ihn weg…

Generell wird es gerade ein wenig eintoenig. Die Natur ist toll, klar. Aber wir haben leider weder Zeit noch Ausruestung um mehrere Tage unabhaengig zu sein und wirklich die entlegensten Gegenden zu Fuss oder mit dem Mountain-Bike zu erkunden. So laeuft es darauf hinaus, dass man taeglich lange im Auto sitzt und die Dinge ein wenig abklappert. Und so Abwechslungsreich es auch ist, irgendwann ist doch alles ein wenig gleich.
O.k., in den naechsten Tagen wollen wir durch Maori-Gebiet fahren (East Cape), dann durch die Nationalparks mit den Vulkanen und Geysiren (Mordor - fuer alle die Herr der Ringe gesehen haben). Aber das Heimweh steigt. Und vor allem die Sehnsucht nach meiner Suessen… aber das war zu erwarten.

Mittlerweile sind wir bis in Blenheim.
Ueber Greymouth, Karamea, Westport, Pahora, Takaka, Motueka.
Weitere Stichwoerter: Golden Bay und Abel Tasman Nationalpark.

Zwischen Karamea und Westport haben wir wild gecampt. War genial. Direkt an einer Steilkueste, unter uns das Meer. Ueber uns ein absolut beeindruckender Sternenhimmel.
Einziges Problem: Sandflies - die Plage der Westkueste. Kleine Fliegen, die richtig beissen und Blut saugen. Und schrecklich juckende Wunden hinterlassen. Authan etc. hilft gar nichts. Anscheinend denken sie sich dann nur: hm, lecker, Hutti heute mit Zitronengeschmack - und werden erst recht verrueckt nach mir. Auf jedenfall seh ich stellenweise aus, als haette ich die Beulenpest.

Hier in Blenheim sind wir auf einem furchtbaren Campingplatz: direkt durch fuehren der Highway No. 1 und eine Bahnbruecke. Dank der Ohrenstoepsel kann ich aber zumindest ein bisschen schlafen.
Und heute Nacht duerfte es kein Problem sein: heute hatten wir eine Weintour gebucht. Sechs Weingueter besichtig, jeweils mit Probe. Ja, ein wenig angeheitert bin ich schon.

Morgen geht es nach Kaikoura, am Sonntag dann dort zum Wale beobachten. Nachmittag Rueckfahrt nach Picton. Und am Montag geht die Faehre in Richtung Nordinsel - damit ist dann auch schon die Halbzeit erreicht.

Mr. Whippy

29Feb08

Doonerstagabend. Irgendwo an der Nordostkueste der Suedinsel Neuseelands.
Ich muss ueber der Lektuere von “Fear and loathing in Las Vegas” eingeschlafen sein. Hoere “Sticks & Stones” von den Babyshambles. Doch auf einmal wird es von einer anderen Melodie ueberlagert. Einer bekannten Melodie, die so gar nicht passen will. Ja, jetzt hab ichs: der Vogelhaendler. Irgendwie daemmert mir, dass da was nicht stimmen kann. Und als ich die Augen oeffne steht vor mir “Mr. Whippy” - ein Eishaendler… kurzzeitig zweifle ich an meinem Verstand. Aber er ist real. Der Fahrer nickt mir zu, hebt den Daumen und langsam verschwindet Mr. Whippy aus meinem Blickfeld. Mit ihm verklingt auch der Vogelhaendler und die Babyshambles sind wieder da. War es ein Traum? War es Wirklichkeit? Wozu Drogen, wenn das Leben auch ohne solche Momente bereit haelt?

Der Abel Tasman Nationalpark soll einer der schoensten in Neuseeland sein. Laut meinem Reisefuehrer “es wechseln sich beeindruckende Strecken durch den Regenwald und wunderschoene Buchten ab”. Das mit den Buchten hat auf jeden Fall gestimmt. Schon die Erste war so wunderschoen, dass wir dort drei Stunden geblieben sind. Ich wollte unbedingt schwimmen. Mein Begleiter lesen. Tja, warum immer das tun was im Reisefuehrer steht ;-)

Hallo und liebe Gruesse aus Franz Josef,

 ja, so heisst ein Ort hier, direkt an einem Gletscher.

 Aber der Reihe nach:
Flug von Muenchen nach Hongkong war o.k., Transfer zum Hotel etc. super organisiert.
Hongkong ist wirklich eine faszinierene Stadt. Trotz der Groesse (7 Millionen) irgendwie ueberschaubar. Und sehr sauber. Die Skyline ist - vor allem in der Nacht - ein Traum. Das einzig nervige sind die vielen Typen, die einem gefaelschte Rolex verkaufen wollen…
Am zweiten Abend haben wir entdeckt, dass gleich hinter unserem Hotel ein Kneipenviertel anfaengt. Tja, mit dem Plan frueh ins Bett zu gehen wurde es dann nichts ;-)

Der Weiterflug nach Auckland war klasse. Air New Zealand ist wirklich eine Empfehlung wert. An jedem Platz ein Monitor, diverse Videos, Fernsehserien, CDs, sogar (sehr simple) Spiele. Da kann man sich die 11 Stunden ganz gut beschaeftigen.

In Auckland dann ja sofort Weiterflug nach Christchurch. Dort haben wir in einem Motel uebernachtet und am 19. in der Frueh unseren Camper bekommen.
Wir haben dann noch ein Navi gemietet… tja, bloede Idee. Braucht man hier wirklich nicht. Das Geld kann man sich sparen.

Zu den einzelnen Zielen schreibe ich jetzt mal nichts. Aber ein paar Stichworte zum Googeln:
Mount Cook, Dunedin, Otago Peninsula, Catlins, Nugget Point, Slope Point, Te Anau, Milford Sounds, Franz Josef Gletscher, Fox Gletscher

Wir sind schon ueber 2000 km gefahren. Auf meist sehr einsamen Strassen. Die Bruecken sind hier meist einspurig - und das reicht voellig, man muss so gut wie nie warten.

Das tolle an diesem Land sind die Weite und die Natur. Wenn man in den Fjorden ist, oder an einem Gletscher steht - die hier bis in den Regenwald reichen. Und dann ca. 1 Stunde durch den Regenwald faehrt um an einem einsamen Strand zu landen. Mit meterhoher Brandung und voll von Treibholz. Grosse Stuecke die aussehen wie die Knochen der Tiere aus einer laengst vergangenen Zeit. Dann fuehlt man sich so richtig klein. Im Vergleich zur Vergangenheit und Groesse dieser Natur, ist ein Menschenleben doch gar nichts. Sondern ungefaehr so viel wie meine Fussspuren im Sand, die von der naechsten Welle wieder verwischt werden.
Und gleichzeitig fuehlt man sich hier richtig frei. Keine Ablenkung durch Medien. Keine grellen Attraktionen (ausser in Queenstown, aber da waren wir schnell wieder weg). Pure Natur. Und nette, aufgeschlossene Menschen.

Tja, die Schattenseiten haben wir auch schon erlebt. Ca. 20 Stunden monsunartiker Regen. Und dabei mussten wir feststellen, dass das Zeltdach des Vans nicht ganz dicht ist. Also haben wir letzte Nacht zu zweit unten geschlafen - ging ganz gut. Aber heute ist bisher - entgegen alles Vorhersagen - wieder gutes Wetter. Wir bleiben hier noch eine Nacht, morgen geht es dann wieder “on the road”.